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Der "Beki": Eine Regionalwährung für Beckerich

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In Beckerich möchte man nun eine eigene Währung einführen, den "Beki" - eine Regionalwährung die paritätisch zum Euro ist. Solche gibt es ausserhalb Luxemburgs bereits. Sie nennen sich "De Pälzer", "Kirschblüte" oder "Volmetaler" - was nicht immer so klingt, als könnte man sie als Zahlungsmittel ernst nehmen. Dennoch tauscht man diese Regionalwährungen gegen Euro in einem festen Wechselkurs ein und kann ganz normal mit ihnen einkaufen - jedenfalls in den Geschäften, die sich der Idee angeschlossen haben.

Von Regionalwährungen soll die örtliche Wirtschaft profitieren. Ausserdem lässt sich das Geld nicht verzinsen. Dass das erstaunlich gut klappt, hängt vielleicht damit zusammen, dass das Geld an Wert verliert, wenn man es zu lange behält. Regionalwährungen sind nämlich als reines Tauschmittel gedacht. Sie funktionieren wie ein Gutscheinsystem, für das man Waren oder Arbeitsleistungen bekommt. Zudem kann man mit ihnen nicht spekulieren.

Solche Währungen gibt es in Brasilien, aber auch in Frankreich (frz.: monnaies locales) und Deutschland. Am bekanntesten ist wohl der "Chiemgauer". Im Breisgau in Süddeutschland gibt es sogar drei konkurriernde Regionalwährungen. Das Leibnitz-Institut für Länderkunde hat eine Karte herausgegeben (klicken Sie auf das Bild), auf der alle deutschen Regionalwährungen mit ihrem Gültigkeitsbereich eingetragen sind.

"Nach unterschriebenen Verträgen mit der BGL BNP Paribas und der Raiffeisenbank, der Grundsatzerklärung zur Abnahme des Regionalgeldes durch die BIL sowie den in diesen Tagen noch ausstehenden Unterredungen mit den Führungsetagen der ’Spuerkeess’ und der ’Banque centrale’ dürfte der Einführung der Währung 2013 nichts mehr im Wege stehen" - schrieb das Luxemburger Wort am 28. Juli. Die Zentralbank hat allerdings wenig später grundsätzliche Bedenken geltend gemacht, die nicht zuletzt von einem deutlichen Unverständnis von Sinn und Zweck einer Regionalwährung zeugen: Man könne keine Initiative unterstützen, die das Bild einer geschlossenen Lokalwirtschaft vermittelt, wo doch der Wohlstand des Landes an die Öffnung seiner wirtschaft und die Teilhabe an der Währungsunion geknüpft sei. Die Euro-Noten und Münzen blieben die einzigen Zahlungsmittel, die auf luxemburgischem Gebiet akzeptiert werden müssten.

Bürgermeister Camille Gira hatte daher zu erklären, dass es sich beim Beki nicht um einen Gegenentwurf zum Euro handele, es keine Entweder-Oder-Situation sei, sondern um eine Komplementärwährung. Und Max Hilbert, Koordinator des Projekts, ergänzte im August 2012: "Der Beki wird auf privatrechtlicher Basis funktionieren, nach den Regeln des Vertragsrechts und nicht in einem rechtsfreien Raum". Man darf nach diesem Querschuss der Zentralbank dennoch gespannt sein, ob im Kanton Redingen tatsächlich ab dem 1. Januar 2013 nicht mehr nur exklusiv mit Euro bezahlt werden kann.

Ein Beki wird einem Euro entsprechen. Bei der Rückwandlung des Beki in Euro sollen Kosten anfallen. Fünf Prozent werden dann abgezogen, zwei Prozent gehen an die kürzlich gegründete Vereinigung "De Kär" mit Sitz in der Beckericher Mühle, die die Verwaltung des Beki übernimmt. Drei Prozent gehen an andere Gesellschaften ohne Gewinnzweck. So soll der Beki möglichst lang im Umlauf bleiben.

Am 24. September lud die Gemeinde zu einer Vortragsveranstaltung mit Franz Galler, dem Initiator des seit acht Jahren bestehenden "Sterntaler", einem Regionalgeld in Bayern, ins Redinger Gymnasium ein. Auf den Vortrag folgten drei Workshops: je einer für Privatpersonen, Geschäftsleute und Gemeinden. Mehr als 150 Neugierige beteiligten sich an dieser Veranstaltung unter dem Motto "Beki meets Berchtesgarden".

Mehr dazu: siehe Artikel im Essentiel vom 25.07.2012, Artikel im Tageblatt vom 6.7.2011, Artikel im WORT vom 10.08.12, Woxx vom 11.01.13: Le Beki du beurre und Infos zum Projekt und www.beki.lu).